Seit dem gestrigen Freitag ist die iPhone-App “VRM Mobile” der Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) im AppStore verfügbar. Zu finden, indem man nach “Allgemeine Zeitung” sucht. Die App bündelt die Inhalte der verschiedenen Medien der VRM. Derzeit sind das die Allgemeinen Zeitung, der Wiesbadener Kurier, die Wormser Zeitung, die Main Spitze, die Lampertheimer Zeitung und die Bürstädter Zeitung.
Die App kostet 1,59 Euro und damit sind alle Inhalte für drei Monate bezahlt. Danach kostet die Verlängerung für 30 Tage jeweils wieder 1,59 Euro. Bei den gebotenen Inhalten und Funktionalität meiner Meinung nach ein wirkliches Schnäppchen, denn man kann alle oben aufgeführten Zeitungen lesen. Die VRM realisiert die Abwicklung der Verlängerungen der Nutzungsdauer ganz normal über den AppStore, wartet also nicht auf die “Abo-Funktion” die Apple mit iOS 4.3 an den Start bringen will. Ich würde der VRM vorschlagen, das Ganze über die Funktion “In App purchase” zu realisieren, sodass die Verlängerung innerhalb der App gekauft werden kann. Aber vielleicht ist das ja auch längst so gelöst, das werden wir oder ich sehen, wenn die erste Verlängerung ansteht.
Erster Eindruck: Die App ist gut und macht Spaß
Als ich gestern Abend begann, mit der App zu spielen, war ich direkt von der intuitiven und spielerischen Bedienung begeistert. Die Grundfunktionen der App erschließen sich sofort. Die Artikel werden über das Artikelbild als Icon oder bei nicht bebilderten Artikel durch das Logo der jeweiligen Zeitung und die Überschrift dargestellt. Einmal antippen und der Artikel öffnet sich. Neben Bild und Text sind auch gleich Buttons zu sehen, mit denen man den Artikel auf Facebook und Twitter teilen oder mailen kann. Die Bilder lassen sich durch antippen vergrößern.
Sehr gut gelöste Filterfunktionen für Inhalte
Was in der App ausgezeichnet gelöst ist, sind die Filterfunktionen für die Inhalte. Der Nutzer muss hier zwar etwas mehr klicken und auswählen, kann sich dafür aber sehr filigran einstellen, welche Inhalte er gerne sehen und welche er ausblendenden möchte. So kann der Nutzer zum einen genau einstellen welche Regional- und Lokalausgaben er sehen möchte. Bisher ist nur das Sportressort als eigene Rubrik in die App eingebunden. Der Nutzer kann diese Inhalte nicht nur generell ein und ausschalten, sondern auch für die jeweilige Regional- oder Lokalausgaben selektieren. Damit nicht genug, denn in der nächsten Filterebene kann der Nutzer sogar noch die Sportarten selbst filtern. Interessiert er sich nur für Fußball, kann er die anderen Sportarten “abschalten” und damit ausblenden.
Das ist wirklich sehr gut gelöst. Der Nutzer der App kann sich sehr detailliert zusammenstellen, was er lesen will und ausblenden, was ihn nicht interessiert. Ich hoffe, dass bald weitere Ressorts so wie der Sport in die App eingepflegt werden.
Einbindung der Videos
Was mich auch freut ist, dass die VRM verstanden hat, dass eine iPhone-App kein “Printspiegel” für die Wiedergabe der Druckausgaben ist, sondern das man dem Nutzer auch über einen App multimediale Inhalte bieten kann. Daher sind die von der Internetseite www.allgemeine-zeitung.de bekannten und beliebten Videos als eigene Rubrik eingebunden. Angezeigt wird jeweils der das Video begleitende Artikel und ein Screenshot des Videos. Was der Button “Video abspielen” macht, erklärt sich wohl von selbst. Sehr gut ist, dass das Video innerhalb der App abgespielt wird. Damit wird ein “Bruch” durch verlassen der Anwendung und Wechsel in den Standard-Videoplayer des iPhone vermieden. Damit bietet die App der VRM eine sehr homogene Nutzerführung.
Die Ladezeiten der Videos waren bei meinem Test teilweise noch sehr lang, was aber durchaus auch der Mobilfunkverbindung geschuldet sein kann. Was der Videofunktion noch fehlt ist die Anbindung an Facebook und Twitter. Denn die Videos kann man derzeit leider noch nicht auf diesen sozialen Netzwerken empfehlen, so wie es bei den Artikeln funktioniert. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass die Videos über das externe System von BrightCove realisiert werden. Eventuell ist hier die Anbindung schwieriger als bei den Artikeln, die über das CMS der VRM online gebracht werden. Muss bei den Artikeln nur ein Schnittstelle zwischen CMS und App geschaffen werden, kommt bei den Videos ja die externe Schnittstelle zu BrightCove zusätzlich dazu.
Geringer Optimierungsbedarf
Im Großen und Ganzen legt die VRM mit ihrer App eine sehr gelungene iPhone-Anwendung vor. Man merkt, dass hier kein Schnellschuss gemacht, sondern vor der Programmierung erst einmal ein vernünftiges Konzept erstellt wurde. Deshalb habe ich auch kaum etwas zu meckern, sondern nach meiner ersten “Probefahrt” der App nur zwei Verbesserungsvorschläge.
Den ersten habe ich ja schon angesprochen. Bei den Videos sollte die Anbindung an Facebook und Twitter nachgezogen werden, denn gerade multimediale Inhalte sind ja bei den Nutzern der sozialen Netzwerke sehr beleibt und dürften auch ordentlich Klicks bringen.
Mein zweiter Optimierungswunsch betrifft die Darstellung der Artikelübersicht. Bisher sieht der Nutzer nur das Artikelbild und die Überschrift. Das ist aber oft zu wenig, um zu erkennen, aus welcher Regional- oder Lokalausgabe und aus welchem Ressort oder welcher Rubrik der Artikel stammt. Daher sollte in der Darstellung der Übersicht die Lokalisierung und Rubrizierung eingebunden werden, damit der Leser mindestens sofort sieht: Der Artikel ist aus meinem Heimatort. Den wichtigsten Ressorts sollte ein eigener Bereich zugeordnet werden, so wie es bereits beim Sport gelöst ist.
Und dann habe ich noch einen dritten Wunsch an die VRM: Als Nutzer und Liebhaber des Apple iPad wünsche ich mir einen “großen Bruder” der App, der die Möglichkeiten des Apple Tablet-Computers voll ausreizt. Das wäre – emotional ausgedrückt – richtig geil!
UPDATE: Ein Wunsch und Verbesserungsvorschlag ist mir doch eingefallen. Es wäre sinnvoll, wenn die App Push-Benachrichtigungen (Push Notification) unterstützt. Am besten in der Gestalt, dass der Leser dann beispielsweise einzelne Themen, Lokalseiten oder auch Rubriken für diese Benachrichtigungen “abonnieren” kann. Dann bekommt er bei neuen Artikeln automatisch eine Benachrichtigung, ohne das die App selbst laufen und offen sein muss. So könnte man beispielsweise den Nachrichtenverlauf des Tankerunglücks an der Loreley oder die Geschichte von “Pulver Kurt” aus Becherbach probemlos verfolgen.








