Zoff zwischen Verlagsbranche und Apple

Apple verärgert Verlage.

Apple verärgert Verlage.

Es gibt Zoff zwischen deutschen Zeitungsverlagen und Computerhersteller Apple. Anlass für den Streit ist Apples aktuelles Geschäftsgebaren in Sachen AppStore und dem Verkauf von Medieninhalten innerhalb von Apps.

Am morgigen Dienstag plant der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) die Beratung über eine umstrittene Aufforderung von Apple. Apple verlangt, dass Verlage den Verkauf digitale Inhalte für iPad und iPhone in Zukunft ausschließlich über den iTunes AppStore abwickeln und nicht mehr über andere eigen Funktionen außerhalb von Apples Shop-System. Die Absicht dahinter ist klar: Apple will sich seine 30 Prozent Umsatzbeteiligung sichern. Die Verlage wollen ihr weiteres Vorgehen beraten.

Aber nicht nur die Tatsache, dass Apple 30 Prozent kassiert, treibt die Verlage völlig zu Recht auf die Palme. Wird der Verkauf von Medieninhalten über den iTunes AppStore erzwungen, dann landen auch die Kundendaten der Verlage bei Apple. Die bekommt Apple zwar sowieso in dem Moment, in dem ein Nutzer die App erstmals kauft oder herunterlädt und installiert. Aber durch die Abwicklung der Inhalte-Verkäufe über iTunes kann Apple das Kaufverhalten auch intensiver analysieren.

Derzeit können Verlage ihre Apps noch so gestalten, dass Inhalte auch außerhalb von iTunes über eigene Vertriebsmodelle innerhalb der App verkauft werden können. Viele Zeitungen haben, wie der Focus berichtet, entsprechende Geschäftsmodelle entwickelt. Genau die will Apple jetzt nachträglich verbieten.

Hans Joachim Fuhrmann vom BDZV erklärte gegenüber Focus: „Es kann nicht sein, dass sich Apple nicht an Abmachungen hält.“ Das ist ebenfalls ein berechtigter Vorwurf der Verleger an Apple. So haben sich die Verlage unter bestimmten Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit mit Apple bereit erklärt. Jetzt ändert Apple diese Bedingungen nachträglich ab. Auch in Sachen eBooks hat Apple mit dem Ausschluss der Sony eBook-Reader-App unlängst keine Glanzleistung abgeliefert. Auch hier geht es radikal ums abkassieren. Apple verhält sich in zunehmender Weise despotisch.